Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Grippeimpfung

  • Ist die Grippe nicht nur eine schwere Erkältung?

    Nein. Echte Grippe (Influenza) und Erkältung (grippaler Infekt) sind unterschiedliche Erkrankungen und werden durch unterschiedliche Viren ausgelöst. Erkältungen beziehungsweise grippale Infekte führen, im Gegensatz zur Influenza, selten zu schweren Verläufen oder Komplikationen und sind i. d. R. nicht behandlungsbedürftig.1

  • Was ist der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer Grippe bzw.
    Influenza-Erkrankung?

    Eine Erkältung wird oft als "grippaler Infekt" bezeichnet, hat mit der echten Grippe (Influenza) jedoch nichts zu tun. Eine Grippe-Erkrankung wird durch Influenzaviren ausgelöst. Sie kann durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber oder deutlichem Krankheitsgefühl einhergehen, verbunden mit Muskel- und/oder Kopfschmerzen und Reizhusten. Sie kann vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren zu Komplikationen wie beispielsweise einer Lungenentzündung führen und dann sogar tödlich verlaufen. Gegen die Grippe kann man sich impfen lassen und im Erkrankungsfall stehen spezifische antivirale Arzneimittel für die Therapie zur Verfügung.

    Erkältungen dagegen werden von mehr als 30 verschiedenen Erregern (z. B. Rhino- und Coronaviren) hervorgerufen. Zu den Symptomen zählen Halsschmerzen, Schnupfen und Husten, seltener auch erhöhte Temperatur oder Fieber. Impfstoffe gegen Erkältungsviren gibt es nicht.2

  • Warum sollten sich Schwangere gegen Grippe impfen lassen?

    Schwangere haben bei einer Influenzainfektion ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Daher empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) seit 2010 die saisonale Influenzaimpfung für alle Frauen, die während der Influenzasaison im Winter schwanger sind. Das erhöhte Komplikationsrisiko von Schwangeren hängt mit verschiedenen Veränderungen zusammen, die während einer Schwangerschaft im Körper ablaufen.

    Da es sich bei den in Deutschland zugelassenen Influenzaimpfstoffen für Erwachsene um Totimpfstoffe handelt, ist eine Impfung generell in jedem Stadium der Schwangerschaft unbedenklich. Für gesunde Schwangere empfiehlt die STIKO die Impfung dennoch erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel.3

  • Warum sollten sich Kinder gegen Grippe impfen lassen?

    Für Kinder mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen Influenza mit einem saisonalen quadrivalenten Impfstoff ab einem Alter von 6 Monaten.

    Neben dem Totimpfstoff ist auch ein Lebendimpfstoff verfügbar, der über die Nase verabreicht wird und alternativ bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren angewandt werden kann.4

  • Warum sollten sich ältere Menschen gegen Influenza impfen lassen?

    Ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko, dass eine Influenza-Erkrankung bei ihnen einen schweren Verlauf nimmt, zu Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Herzinfarkt führt oder sogar tödlich verläuft. Die meisten Influenza-Todesfälle treten bei älteren Menschen auf.5

  • Warum soll man sich jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen?

    Das Influenzavirus ist sehr wandlungsfähig. Daher wird der Impfstoff jährlich angepasst, um einen bestmöglichen Schutz gegen die saisonal zirkulierenden Grippeviren zu gewährleisten. Das macht eine jährliche Impfung notwendig. Impfstoffe bieten nur für die jeweils aktuelle Saison den bestmöglichen Schutz. Außerdem lässt der Impfschutz nach, je länger die Impfung zurückliegt. Innerhalb einer Saison ist also keine Auffrischimpfung notwendig.6

  • Sollte man sich während der COVID-19 Pandemie auch gegen Grippe impfen lassen?

    Ja. Die Empfehlung zur Impfung gegen die saisonale Influenza in der COVID-19-Pandemie wurde von der STIKO bestätigt. Es sollten bevorzugt die Bevölkerungsgruppen geimpft werden, die ein besonders hohes Risiko für schwere Verläufe einer Influenza haben (Risikogruppen).7

  • Kann die Grippe mit Antibiotika behandelt werden?

    Nein, Antibiotika wirken nur gegen bakterielle Infektionen. Eine echte Grippe wird durch Viren ausgelöst und ist daher nicht mit Antibiotika behandelbar. Sollte jedoch zu einer Grippe eine bakterielle Infektion hinzukommen, kann eine Antibiotikabehandlung sinnvoll und notwendig sein. Antibiotika sollten Sie nur einnehmen, wenn diese vom Arzt verschrieben wurden.8

  • Gibt es einen richtigen Impfzeitpunkt?

    Die jährliche Influenzawelle beginnt in Deutschland meist nach der Jahreswende. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Es kann aber auch sinnvoll sein, sich im Dezember oder noch bis in den Februar gegen Grippe impfen zu lassen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern wird.9

  • Was kann man zusätzlich zur Grippeschutzimpfung noch tun, um eine Grippeerkrankung zu vermeiden?

    Kein Impfstoff schützt 100 % der Geimpften. Zusätzlich zur Grippeschutzimpfung können weitere Maßnahmen ergriffen werden, um das Ansteckungsrisiko mit Grippeviren zu verringern: Darunter beispielsweise Abstand halten zu Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung sowie regelmäßiges gründliches Händewaschen.10

  • Kann man als Grippe-Geimpfter andere Menschen schützen?

    Ein Geimpfter scheidet als Überträger das Grippevirus aus. Unabhängig von der Art des Impfstoffes kann es aber auch bei geimpften Personen zu einer Infektion mit dem Grippevirus kommen (Impfversager). Solche Infektionen verlaufen häufig mit milderen Krankheitssymptomen oder völlig unbemerkt. In diesen Fällen können aber Grippeviren ausgeschieden und auf andere Menschen übertragen werden.11

Referenzen